Aktuelles
Hinterlassen Sie ein Kommentar

Geburt und Seele

Nach der Geburt des Kindes bleibt die Freude und das Glück aus. Stattdessen kämpft die junge Mutter gegen Tränen und mit Schuldgefühlen.

Jedes Jahr erkranken psychisch rund 100.000 Mütter im Zusammenhang mit der Geburt ihres Kindes und stürzen in eine seelische Krise. Plötzlich können sie ihren Alltag nicht mehr bewältigen und keine Beziehung zu ihrem Kind aufbauen. Das erzeugt nach der Geburt des Kindes Selbstzweifel und Schuldgefühle. Häufig zieht sich eine betroffene Frau zurück und versucht ihren Zustand zu verbergen und trotzt tiefster Verzweiflung die Fassade der glücklichen und perfekten Mutter zu bewahren.

Sucht eine solche Mutter nun einen Arzt auf, kann es dennoch wochenlang dauern, bis die psychische Erkrankung richtig erkannt wird.

Peripartale Depression und/oder peripartale Angst- und Zwangsstörungen können jederzeit in der Schwangerschaft, aber auch noch in den ersten beiden Jahren nach der Entbindung auftreten. Typisch ist dabei eine schleichende Entwicklung.

Typische Kennzeichen sind:

  • Müdigkeit, Erschöpfung und Energiemangel
  • Traurigkeit und häufiges Weinen
  • Schuld- und Versagensgefühle
  • Innere Leere
  • Allgemeines Desinteresse und sexuelle Unlust
  • Zwiespältige Gefühle dem Kind gegenüber
  • Konzentrations-, Appetit- und Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen, Schwindel, Herzbeschwerden, andere psychosomatische Beschwerden
  • Ängste, extreme Reizbarkeit, Panikattacken, Zwangsgedanken

 

Seltener tritt die peripartale Psychose in der Schwangerschaft, aber vorwiegend in den ersten beiden Wochen nach der Entbindung auf. Sie befällt etwa 1 – 3 Promille der Mütter.

Mögliche Kennzeichen sind hier:

  • Starke Antriebssteigerung, motorische Unruhe (manische Phase)
  • Antriebs-, Bewegungs- und Teilnahmslosigkeit (depressive Phase)
  • Extreme Angstzustände
  • Verworrenheit, Wahnvorstellungen, Halluzinationen.

Für weitere Informationen und zur Unterstützung bei Krisen rund um die Geburt steht der Schatten & Licht e.V. zur Verfügung. Dies ist ein bundesweiter, gemeinnütziger Verein, der 1996 von betroffenen Frauen gegründet wurde.

www.schatten-und-licht.de